Wandertag planen: was in Berlin wirklich geregelt ist
Wandertag klingt nach einem lockeren Begriff für alles, was draußen stattfindet. Im Berliner Schulrecht ist es ein eigenes Format mit eigenen Regeln — und wer die vier Formate auseinanderhält, spart sich die Hälfte der Rückfragen im Kollegium.

Vier Formate, vier Regeln
Die Ausführungsvorschrift über Veranstaltungen der Schule unterscheidet unter anderem Projekttag, Exkursion, Wandertag und Ausflug. Beim Wandertag besteht Teilnahmepflicht; die Grundsätze zu Zeitpunkt, Dauer und Organisation beschließt die Schulkonferenz auf Vorschlag der Gesamtkonferenz, die schulorganisatorische Koordination liegt bei der Schulleitung. Wandertage sind bis Jahrgangsstufe 10 vorzusehen.
Bei der Exkursion entscheidet die Schulleitung auf Antrag der Lehrkraft über die Durchführung, auch hier mit Teilnahmepflicht. Beim Projekttag beschließt ebenfalls die Schulkonferenz die Grundsätze, die Verantwortung für Planung und Durchführung liegt bei der Schulleitung. Der Ausflug ist das einzige der vier Formate mit freiwilliger Teilnahme; geleitet wird er von einer sozialpädagogischen Fachkraft.
Wer leitet, und wie viele begleiten
Leitung und Aufsicht liegen bei einer Lehrkraft, und die Leitung ist nicht übertragbar. Weitere Lehrkräfte oder pädagogisches Personal können zur Beaufsichtigung hinzugezogen werden. Eine feste Zahl an Begleitpersonen nennt die Vorschrift nicht — das ist der verbreitetste Irrtum. Wie viele es braucht, hängt von Gruppe, Weg und Vorhaben ab und wird mit der Schulleitung geklärt; Grundlage dafür ist die AV Aufsicht.
Kosten
Die Kosten tragen die Erziehungsberechtigten, und auf Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets ist hinzuweisen. Wie das praktisch abgewickelt wird, steht in unserem Artikel zur Abrechnung über das Bildungspaket: den Antrag stellt die Lehrkraft, eine Deckelung ist unzulässig.
Was in die Planung gehört
Drei bis vier Wochen Vorlauf reichen für die meisten Ziele. In die Elterninformation gehören Treffpunkt und Zeiten, Verpflegung, wetterfeste Kleidung und was die Kinder dabeihaben sollen. Für den Tag selbst hilft eine Liste, wer in welcher Kleingruppe läuft, dazu Notfallnummern bei jeder Begleitperson.
Die Strecke prüft man am besten einmal vorher ab: Wo sind Pausenplätze, wo Toiletten, wo wird es eng an einer Straße? Bei unterschiedlichen Leistungsniveaus lohnt es sich, die Kleingruppen vorher festzulegen und jeder Gruppe eine klare Rolle zu geben. Und zur Barrierearmut gehört eine ehrliche Ansage — was auf dieser Strecke geht und was nicht, besprechen Sie besser vorher als vor Ort.
Als fertiges Ziel: Localnauts ist eine GPS-Schnitzeljagd für Kinder von 8 bis 12 durch das Böhmische Dorf in Rixdorf. Die Klasse teilt sich in Kleinteams, ein Gerät pro Team, alle starten parallel. Der Begleit-Guide mit Ablauf, Rollen und Zeitvarianten ist im Preis enthalten. Die Strecke führt über Kopfsteinpflaster und ist für Rollstühle nicht geeignet.
Für Schulen und Gruppen →Die interaktive GPS-Schnitzeljagd für Familien – jetzt spielbar in Berlin-Rixdorf.
Häufige Fragen
Die Ausführungsvorschrift nennt keine feste Zahl. Leitung und Aufsicht liegen bei einer Lehrkraft, weitere Lehrkräfte oder pädagogisches Personal können hinzugezogen werden. Die Zahl wird mit der Schulleitung auf Grundlage der AV Aufsicht geklärt.
Ja. Beim Wandertag, bei der Exkursion und beim Projekttag besteht Teilnahmepflicht. Freiwillig ist allein der Ausflug nach Nummer 2.5 der Vorschrift.
Die Grundsätze zu Zeitpunkt, Dauer und Organisation beschließt die Schulkonferenz auf Vorschlag der Gesamtkonferenz; die schulorganisatorische Koordination liegt bei der Schulleitung. Bei einer Exkursion entscheidet die Schulleitung auf Antrag der Lehrkraft.
Die Erziehungsberechtigten. Auf Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets ist hinzuweisen; den Antrag auf Mittelzuweisung stellt dann die Lehrkraft.
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