Warum es Localnauts gibt
Angefangen hat alles mit einem Kindergeburtstag – genauer gesagt mit der Vorbereitung dafür.
Ich half einer Freundin, die eine Schnitzeljagd für die Kinder vorbereitete: eine zum Ausdrucken, als PDF aus dem Internet. Stundenlang haben wir ausgeschnitten und gebastelt. Irgendwann sagte sie: schade eigentlich, dass das gar keinen Bezug zu dem Ort hat, an dem wir gerade sind – wie schön wäre es, wenn das Lokale, all das direkt vor der Haustür, Teil so einer Schnitzeljagd würde. Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.
Ich bin Spaziergängerin. Ich gehe gern durch meinen Kiez, mit offenen Augen. Und irgendwann dachte ich: Hier gibt es so viele großartige Geschichten. Und wahrscheinlich gibt es die überall – lokale Geschichten, die erzählt werden wollen. Warum also nicht genau die in ein Format wie eine Schnitzeljagd packen? Das war die Anfangsidee.
Warum ausgerechnet ich
Mein Weg ist nicht geradlinig. Ich habe Soziale Arbeit studiert und viele Jahre als Sozialpädagogin gearbeitet. Dann kam der Kultursektor dazu – als Kulturmanagerin und als Künstlerin, Musikerin, DJ; das hat seither nie aufgehört und mache ich bis heute. Später war ich Projekt- und Qualitätsmanagerin in der Bildung und habe in dieser Zeit auch an der Uni unterrichtet.
Ich wollte mich seit Langem selbstständig machen und all das miteinander verbinden. Eines war mir dabei klar: Ich wollte nicht als 'die Pädagogin' auftreten. In dieser Rolle sehe ich mich nicht mehr. Ich bin ziemlich machtkritisch und frage mich immer wieder: Was bringen wir Kindern eigentlich bei – und wie? Gleichzeitig weiß ich aus dem künstlerischen Teil meines Lebens, wie wichtig es mir ist, mich frei auszudrücken und kreativ zu bleiben. Das ging für mich nie zusammen mit vorgeschriebenem Lernen und Frontalunterricht. In Localnauts kam plötzlich alles zusammen.
Denn ich bin überzeugt: Wenn man etwas Neues lernen will, sollte es Spaß machen. Also – warum nicht als Spiel?
Wie aus einer Idee ein Spiel wurde
Geschichten werden von Menschen erlebt. Wie schön wäre es, dachte ich, wenn man in die Perspektive einer Person schlüpfen könnte – so kamen die Avatare dazu. Und weil Geschichte unglaublich spannend ist – sie aber so zu erzählen, dass sie einen wirklich packt, noch einmal etwas anderes ist –, schickt euch Nauti auf eine Zeitreise. Ich bin dabei einfach von mir ausgegangen: Mir wird schnell langweilig. Also habe ich gebaut, was ich selbst spannend fände – interaktiv, in Bewegung, immer am Ball.
Ein Wort zum Digitalen, denn das ist mir wichtig: Wir leben viel auf Bildschirmen, ich auch. Das ist bequem – man muss nicht einmal vor die Tür. Kinder wachsen damit auf. Localnauts dreht das um: Das Tablet ist dabei, aber es schickt euch nach draußen. Ihr seid in Bewegung, erfahrt über das Gerät eine Geschichte – und verbindet die echte Welt vor euren Augen mit dem, was digital passiert. Beim Spurenscan zum Beispiel fotografiert ihr Dinge und entdeckt sie dabei erst richtig: Ihr schaut genauer hin, beobachtet, findet die Spuren. Genau dieses Zusammenbringen von Bildschirm und echter Welt hat sich Stück für Stück entwickelt und ergab immer mehr Sinn.
Mehr als ein Spiel
Es geht aber nicht nur ums Digitale an sich, sondern auch um Social Media – und darum, sich darin nicht einfach treiben zu lassen, sondern eine eigene Haltung zu finden. Wir alle sind leicht zu beeinflussen – Kinder und Jugendliche ganz besonders. Und gerade jetzt gibt es viele Strömungen, die gegen ein gutes Miteinander arbeiten. Deshalb steckt im Spiel ein Element, das mir am Herzen liegt: der Team-Entscheid. Ihr habt eine Meinung – ihr sollt eine haben, und ihr sollt sie vertreten. Dann wird abgestimmt, fair, und die Mehrheit entscheidet. Ein kleines Stück geübte Mitbestimmung.
Und noch etwas: die Orientierung im eigenen Kiez. Berlin ist eine Großstadt, aber der Kiez ist auch ein Dorf. Wer sich hier auskennt, weiß, wo es was gibt und wen man wo findet, fühlt sich sicherer. Und wer sich sicher fühlt, bewegt sich mit mehr Selbstvertrauen.
Im Grunde ist Localnauts genau das: ein Selbstvertrauens-Werkzeug. Es soll Kinder bestärken – in dem, wie sie sind und wer sie sind. So sind all diese Facetten zusammengekommen.
Und jetzt?
Am 3. Juli 2026 geht es los, in Berlin-Rixdorf. Localnauts – Das Rixdorf Kiez-Abenteuer. Die interaktive GPS-Schnitzeljagd für Familien: ohne App, in wenigen Minuten startklar, für Kinder ab 8 (ideal 8–12). Gemacht für Kinder und Jugendliche – aber ehrlich gesagt genauso für alle Erwachsenen, die sich das Staunen bewahrt haben.
Kommt vorbei und seht Rixdorf mit anderen Augen: localnauts.com
Die interaktive GPS-Schnitzeljagd für Familien – ab 3. Juli 2026 in Berlin-Rixdorf.
Häufige Fragen
Für Kinder ab 8 Jahren, ideal für 8 bis 12 – und ihre Familien. Jüngere Geschwister spielen in der Familie mit, Erwachsene helfen bei den kniffligeren Rätseln.
In Berlin-Rixdorf (Neukölln), ab dem 3. Juli 2026. Weitere Routen sind in Arbeit.
Nein. Localnauts läuft im Browser – kein Download, kein Account. Ihr braucht nur ein Smartphone oder Tablet mit Kamera.
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